Salzburg: Salzburg erhält 360 Millionen Euro schweres Mobilitätspaket
Multifunktionales Verkehrsmanagementsystem, Viergleisiger Ausbau der ÖBB-Weststrecke und Wiederaufbau Pinzgauer Lokalbahn im Fokus
(LK) Rund 360 Millionen Euro wollen ÖBB und ASFINAG heuer in Salzburgs Mobilitätsinfrastruktur investieren. Das Ziel dabei sind moderne und leistungsfähige Verkehrslösungen für Bus, Bahn und Straße.
Die Details des 360 Millionen Euro schweren Mobilitätspakets für Salzburg haben heute Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Verkehrsminister Peter Hanke gemeinsam mit ÖBB und ASFINAG präsentiert. „Verkehr ist ein Thema, das uns alle betrifft: Ob im Auto auf der Straße, im Zug oder im Bus. Mein Zugang ist deshalb, dass hier ohne ideologische Scheuklappen die beste Lösung zählt. Das 360 Millionen Euro schwere Mobilitätspaket verbessert daher die Infrastruktur für Bahn und Autos für die Salzburgerinnen und Salzburger. Das nützt allen Verkehrsteilnehmern, das nützt der Bauwirtschaft in Salzburg und das nützt vor allem unserem Wirtschaftsstandort nachhaltig. Denn eine leistungsfähige Wirtschaft gibt es nur mit einer modernen Verkehrsinfrastruktur“, so Landeshauptfrau Karoline Edtstadler.
Multifunktionales Verkehrsmanagementsystem
Ein zentrales Projekt des Mobilitätspakets, das vor allem die Anrainergemeinden entlasten soll, ist ein multifunktionales Verkehrsmanagementsystem. Rund 40 Millionen Euro werden in dieses digitalgestützte Pilotmodell investiert. Moderne Überkopfanzeigen, hochentwickelte Verkehrstechnik und eine dichte Sensorik ermöglichen eine dynamische Verkehrssteuerung in Echtzeit. Ziel ist es, vorhandene Kapazitäten optimal zu nutzen, Verkehrsflüsse zu verbessern und Staus zu reduzieren. Dadurch soll es auch zu weniger Ausweich- und Umgehungsverkehr auf Landes- und Gemeindestraßen kommen, die Bevölkerung soll entlastet werden. Das Paket für die Bauleistungen ist ausgeschrieben und Techniker arbeiten bereits am Steuerungssystem. Insgesamt will die ASFINAG heuer rund 175 Millionen Euro für Neubauten und Instandsetzungen ausgeben. Hier ein Überblick über 2026 geplante Baustarts:
- A 1 Westautobahn, Instandsetzung Wallersee – Salzburg Nord
- A 10 Tauern Autobahn, Instandsetzung ASt Eben – ASt Flachau
- A 10 Tauern Autobahn, Instandsetzung Hiefler Süd – Zetzenberg Nord
- A 10 Tauern Autobahn, Neubau und Instandsetzung Mautstelle St. Michael und Hof/Zederhaus
- A 10 Tauern Autobahn, Instandsetzung Zubringer Bischofshofen
- A 10 Tauern Autobahn, Erweiterung Rastplatz Golling West
- A 10 Tauern Autobahn, Instandsetzung Ankerwand/Stützmauer Flachau
- A 10 Tauern Autobahn, Instandsetzung Talübergang Larzenbach
Neben den geplanten Baustellenstarts steht für die ASFINAG auch die nach dem verheerenden LKW-Brand notwendige Sanierung des Brentenbergtunnels auf dem Programm. Damit soll ab 23. Februar gestartet werden, derzeit laufen noch letzte Absprachen mit den Behörden. Ziel ist es, die Bauarbeiten überwiegend in die Nachtstunden zu verlegen, sodass der Verkehr tagsüber ungehindert fließen kann. Auch auf starke Reisewochenenden wird Rücksicht genommen. In der Nacht wird es allerdings zu Sperren und einer Umleitung kommen.
Viergleisiger Ausbau der Weststrecke
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler zeigte sich bei der Pressekonferenz froh darüber, dass trotz Spardrucks im Bund der viergleisige Ausbau der Weststrecke weiterhin im ÖBB-Rahmenplan enthalten ist. Das Projekt soll bereits in drei Jahren starten und ersetzt die 150 Jahre alte Streckenführung. Der Ausbau ist für die Pendlerzüge und den Güterverkehr unumgänglich, denn die bestehende Strecke hat nahezu keine weiteren Kapazitäten mehr. Durch den Ausbau profitiert nicht nur der Wirtschaftsstandort, er ermöglicht mehr Nahverkehr (alle 15 Minuten ein Zug möglich) und Fahrtzeitverkürzung im Fernverkehr. Laut Rahmenplan der ÖBB sollen heuer 180 Millionen Euro in Salzburgs Infrastruktur investiert werden. Dazu gehören auch:
- der Umbau des Bahnhofs Straßwalchen,
- die Modernisierung der Haltestelle Gries im Pinzgau und
- die Modernisierungs-Initiative für die inneralpine Strecke von Schwarzach-St. Veit Richtung Wörgl.
Wiederaufbau Pinzgauer Lokalbahn
Bereits in Umsetzung sind außerdem weitere Maßnahmen zum kompletten Wiederaufbau der Pinzgauer Lokalbahn. Allein heuer werden neun Millionen Euro investiert. Unter anderem in eine rund 300 Meter lange Stützmauer und die Erneuerung der Fahrbahn in Hollersbach. Der Wiederaufbau ist Teil des mittelfristigen Investitionsprogramms für Regional- und Nebenbahnen und wird zur Hälfte vom Land und zur Hälfte vom Bund getragen.
Zentrale Region Europas wird gestärkt
Salzburg liegt im Zentrum Europas und ist ein bedeutender Knotenpunkt im Nord-Süd- und Ost-West-Verkehr. Eine leistungsfähige Infrastruktur ist daher Grundvoraussetzung, um den hohen Anforderungen an Mobilität, Sicherheit und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Das betonte auch Verkehrsminister Peter Hanke heute bei der Pressekonferenz: „Mit 360 Millionen Euro für Salzburg setzen wir ein klares Signal: Wir investieren gleichzeitig in eine starke Bahn, eine sichere und moderne Straßeninfrastruktur und in eine intelligente Verkehrssteuerung. Moderne Mobilitätspolitik bedeutet nicht nur bauen, sondern vor allem klug steuern, digitalisieren und partnerschaftlich zusammenarbeiten. So schaffen wir bessere Verbindungen für die Menschen, stärken Wirtschaft und Tourismus und sichern die Lebensqualität in einer der zentralen Regionen Europas.“
Redaktion: Landes-Medienzentrum / LK_260219_20 (bk/msc)
Quelle: Land Salzburg
