Steiermark: Sie bauen für die Zukunft an

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Steiermark

19 Jun 10:00 2026 von Redaktion Salzburg Print This Article

In der Versuchsstation für Spezialkulturen in Wies werden Gemüse-Innovationen erforscht, Samen- Raritäten aufbewahrt und Heilkräuter angebaut.

Wo geht es eigentlich genau ins Paradies für alle Gemüse-Experten, Kräuter-Fans und innovativen Landwirte? Ganz einfach, am oberen Markt in Wies links abbiegen, auf den Schloßberg rauf Richtung Gaißeregg: Nach ein paar hundert Metern steht man dann vor der Versuchsstation für Spezialkulturen, ein Areal von 4,6 Hektar Freiland, 3.000 Quadratmeter Glashäuser und Folientunnel: Alles grün und alles duftet hier.

Bewirtschaftet wird die einzige Einrichtung dieser Art in ganz Österreich von einem 18-köpfigen Team aus Agrarexpertinnen, Botanikerinnnen, Gartenmeistern, Lehrlingen und weiteren Mitarbeitern. „Wir machen Feldversuche mit Gemüse, Zierpflanzen, Arznei- und Gewürzpflanzen sowie bei Raritäten", schildert Doris Lengauer, Agrarwissenschaftlerin und seit 20 Jahren Leiterin der Versuchsstation. „Wir stehen dazu in engem Austausch mit Praxisbetrieben, um ihre konkreten Fragestellungen zu beantworten." Und eine dritte Aufgabe ist es, dass in Wies das Saatgut alter steirischer Gemüsesorten gesammelt und aufbewahrt wird - sozusagen als ein grünes Archiv: Hier bauen sie für die Zukunft an, um Bedrohtes zu retten.

Wies liefert Antworten Was hilft gegen die Reiswanze, die eine echte Plage ist? Welche Nützlinge wirken? Welche neuen Kulturen - Ingwer, Kurkuma - trotzen dem Klimawandel? Lässt sich Grüntee oder Rotbusch hierzulande anbauen? Wie wirkt Mulch als Bodenabdeckung im großen Stil? Welche Rolle spielt der Standort für den Ertrag und die Qualität? Und, und, und ... Es sind viele Fragen, die die Landwirtschaft stellt und auf die Wieser Experten immer wieder Antworten liefern. Zum Beispiel - für die Käferbohne, eine steirische Delikatesse, die man klimafit machen und erhalten will.

Schon von weitem sieht und riecht man bei einem Rundgang in Wies eine weitere Besonderheit der Versuchsanstalt - in einer natürlichen Apotheke wachsen verschiedenste Heil- und Gewürzkräuter sowie biologischer Tee. „Wir ernten, trocknen und bereiten Teemischungen und Gewürze zu", schildert Botanikerin Claudia Steinschneider - sie steht in einem Blütenmeer, in dem Bienen und Hummel um die Wette fliegen. Die Kräuter sind rein biologisch, die Energie für die Trocknungsanlage logischerweise aus Sonnenkraft pur.

Immer wieder kommt BesuchImmer wieder kommen Gäste, nicht nur in den Hofladen der Versuchsstation, in dem Gewürze, Kräuter, Tee und Gemüse angeboten werden: Sehr viele Seminare finden hier statt, Schulklassen schauen vorbei und Kräuterpädagoginnen werden ausgebildet, aber auch eigene Lehrlinge, wie Leonie Irlweck, die im zweiten Lehrjahr ist und ein Versuchsfeld mit Mais und Bohnen betreut: „Wir testen unterschiedliche Methoden für den Käferbohnen-Anbau." Gleich daneben werkt Gärtnermeister Gernot Prattes - in seinem Areal gilt der Kampf ganz den Reiswanzen. Und am anderen Ende des Freigeländes geht es auch um Innovation. „Wir haben einen Agroforst angelegt, in dem wir Gehölzer mit Gemüse- und Ackerbau kombinieren", schildert Doris Lengauer - auf 3,2 Hektar ist man auf der Suche nach einer möglichst optimalen Kombination für eine zukunftsfähige Landnutzung.

Ob man bei so viel Grün im Job noch einen eigenen privaten Garten hat? „Natürlich", schmunzelt Doris Lengauer. „Ich brauche ja ein bisschen Ausgleich von der Arbeit."


Quelle: Land Steiermark



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