Suchtgiftkriminalität: Mehrere Festnahmen im Bezirk Braunau
Bei mehrwöchigen und teils parallel geführten Ermittlungen wurden im Bezirk Braunau mehrere Beschuldigte festgenommen sowie größere Mengen Suchtmittel sichergestellt. Die Ermittlungen erfolgten in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis und führten unter anderem zu Festnahmen im Zusammenhang mit Amphetamin-, Methamphetamin-, Kokain- und Ecstasy -Handel sowie Sexualdelikten.
Der Koordinierte Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommandos Braunau führte seit mehreren Wochen Ermittlungen gegen eine aus ungarischen Staatsangehörigen bestehende Tätergruppierung, die im dringenden Verdacht steht, synthetische Suchtmittel – teils aus den Niederlanden, teils aus Ungarn – in den Bezirk Braunau geschmuggelt und anschließend vorwiegend in Lokalen in Mattighofen sowie in Industriebetrieben im Mattigtal weiterverkauft zu haben. Vorerst gelang es, einen 52-jährigen ungarischen Staatsbürger im Gemeindegebiet von Eggelsberg festzunehmen, nachdem dieser – verbaut in seinem PKW – Methamphetamin von Budapest nach Österreich transportiert hatte. Er steht im dringenden Verdacht, in den vergangenen vier Monaten wiederkehrend Methamphetamin für den Weiterverkauf in das Innviertel geschmuggelt zu haben. Darüber hinaus wird dem Beschuldigten angelastet, seine ehemalige Lebensgefährtin über längere Zeit zu geschlechtlichen Handlungen genötigt und mehrfach vergewaltigt zu haben. Die Frau konnte im Zuge der Festnahme in einem Nebenzimmer einer Arbeiterunterkunft angetroffen werden; im Zimmer wurde auch eine Schreckschusspistole sichergestellt, die sie eigenen Angaben zufolge zum Schutz vor ihrem ehemaligen Lebensgefährten angeschafft hatte. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis wurde der Beschuldigte in eine Justizanstalt eingeliefert.
Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Festgenommene die Suchtmittel nicht nur selbst geschmuggelt, sondern diese auch von einer dreiköpfigen, ungarisch stämmigen Tätergruppe in Mattighofen bezogen haben soll. In einer Unterkunft in Mattighofen konnten schließlich zwei Mittäter, 23 Jahre und 32 Jahre alt, ausgeforscht, sowie Amphetamin und Verkaufsutensilien sichergestellt werden. Schlussendlich konnte auch die Bunkerwohnung des mutmaßlichen Lieferanten in Mattighofen ausgeforscht werden. Diese wurde Ende April auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis und mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Oberösterreich durchsucht. Dabei wurden 1.650 Stück Ecstasy-Tabletten und ein niedriger fünfstelliger Bargeldbetrag sichergestellt. Der 38-jährige Beschuldigte wurde noch vor Ort festgenommen und zeigte sich geständig. Er steht im dringenden Verdacht, zum Teil gemeinsam mit seinen Mittätern etwa 3,5 Kilogramm Amphetamin sowie rund 3.000 Ecstasy-Tabletten von Amsterdam nach Österreich geschmuggelt zu haben. Die Suchtmittel wurden den bisherigen Ermittlungen zufolge überwiegend bei Veranstaltungen der rumänischen Community in Mattighofen sowie im Bereich von Industriebetrieben im Mattigtal in Verkehr gesetzt.
Parallel zu diesen Ermittlungen führte der Kriminaldienst auch Strukturermittlungen wegen offener Drogengeschäfte im Stadtgebiet von Braunau am Inn. Hintergrund waren Anzeigen über offensichtliche Suchtmittelgeschäfte in innerstädtischen Parkanlagen. Bei den Observationsmaßnahmen konnte ein 19-jähriger Beschuldigter ausgeforscht werden, der im dringenden Verdacht steht, seit März 2026 über eigens eingerichtete Social-Media-Profil zumindest 120 Gramm Kokain sowie 1,2 Kilogramm Marihuana von Lieferanten aus Deutschland bezogen, nach Österreich transportiert und überwiegend im Raum Braunau weiterverkauft zu haben. Die Suchtmittel lagerte der zeitweise obdachlose Beschuldigte in Kellerabteilen bzw. Dachböden verschiedener Mehrparteienhäuser, zu denen er sich widerrechtlich Zutritt verschafft haben soll. Auch in diesem Fall konnte die Bunkerwohnung ausgeforscht werden. Bei der anschließenden Durchsuchung dieser, wurde der 19-Jährige gemeinsam mit einem 23-jährigen Mittäter vorläufig festgenommen. Dem 23-Jährigen wird vorgeworfen, die Räumlichkeiten zum Verpacken der Suchtmittel zur Verfügung gestellt zu haben. Neben verkaufsfertigen Suchtmitteln, konnte auch eine Kennzeichentafel gefunden werden, die zuvor von einem Radarfahrzeug der Stadtgemeinde Braunau gestohlen worden war. Beide Beschuldigten zeigten sich umfassend geständig und werden der Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis angezeigt.
Quelle: LPD Oberösterreich
