Niederösterreich: WEIN/4-Festival – Kulturvernetzung NÖ zieht positive Bilanz
LH Mikl-Leitner: Großartiges Kulturangebot und wichtige Impulse für das Weinviertel
Mit 53 Projekten und über 180 Veranstaltungen in etwas mehr als zwei Monaten ist das WEIN/4-Festival am gestrigen Sonntag erfolgreich zu Ende gegangen. Das vielfältige Programm von über 450 Kunstschaffenden und rund 120 Vereinen und Institutionen begeisterte die einheimische Bevölkerung ebenso wie angereiste Gäste, und einige Projekte wirken auch in die Zukunft.
Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner spielt das Festival auch dieses Jahr eine besondere Rolle im reichhaltigen niederösterreichischen Kulturangebot: „Im Rahmen vom WEIN/4-Festival hat die Bevölkerung selbst ein großartiges Kulturangebot für die Bevölkerung auf die Beine gestellt, und für das Weinviertel wurden dabei wichtige neue Impulse gesetzt.“
Die Frage „Was geht ab?“ wurde im Rahmen des Festivals von regionalen Kunst- und Kulturschaffenden eindrucksvoll auf höchst unterschiedliche Weise beantwortet. Neben Theater, Musik, Bildender Kunst, Film und Tanz gab es auch etliche Projekte, die verschiedene Kunstformen verbanden, beziehungsweise die partizipativ gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt wurden.
Alle Projekte waren regional verankert und feierten großteils während des Festivals ihre Premiere oder gar Uraufführung. Dabei konnte man auch einige namhafte österreichische Künstlerinnen und Künstler live erleben, wie die Ingeborg Bachmann-Preisträgerin 2025 Natascha Gangl, Michael Stavaric, Mieze Medusa, Attwenger, Skero, Nino aus Wien, Kollegium Kalksburg, BAITS, Roman Gregori, Jimmy Schlager, Günter Franzmeier, Simon Zöchbauer, Melissa Coleman, Laurenz Nikolaus oder Alpha Trianguli.
Darüber hinaus wurden einige Kunstprojekte von Schülerinnen und Schülern umgesetzt wie zum Beispiel in Wolkersdorf das Musical RuWi oder das Ausstellungsprojekt Sinfonie der Sehnsüchte, eine Aufführung vom kleinen Ich bin ich in der ASO Mistelbach oder die künstlerische Zeitreise Vergangene Zukunft mit finalem Dorffest im Eggendorf im Thale.
Mit der Finissage des Projekts FestBilder ging das WEIN/4-Festival der Kulturvernetzung Niederösterreich am 19. Juli im FLUSS in Wolkersdorf erfolgreich zu Ende. Noch einmal trafen sich zahlreiche Kulturschaffende, um gemeinsam mit der Fotografin Elisabeth Jegel den letzten Tag ihrer Ausstellung und damit auch des Festivals zu feiern. Gleichzeitig bekamen all jene, die ein Festivalprojekt umgesetzt haben, als kleines Dankeschön ihr von Elisabeth Jegel fotografiertes Projektbild persönlich überreicht.
Ebenfalls am letzten Wochenende endeten die Projekte Yachtclub in Kirchberg am Wagram und Take a Walk on the Wild Side in Stockerau mit kleinen Festen. Bereits tags zuvor fand das Projekt Gemeinsteine in Hollabrunn seinen feierlichen Abschluss. Dabei wurde ein von Anna Khodorkovskaya gemeinsam mit der Bevölkerung in zahlreichen Workshops durch AIR InSILo von Martin Breindl in Hollabrunn erstellte Mosaik erstmals bei einer großen Abschlussparty der Öffentlichkeit präsentiert. Am Samstag, 18.7., ging auch das Abschlusskonzert von Female Voices mit einem Konzert von Nana Falkner & Band sowie Kinga Dula & the Pilgrims im Alten Schlachthof in Hollabrunn über die Bühne. Mit der musikalischen Spurensuche Wo ist die Schmida? bot Johanna Doderer unter Mitwirkung von Milan Racek in Frauendorf an der Schmida ein weiteres künstlerisches Highlight am letzten Wochenende des Festivals.
Wie auch in den letzten Jahren gab das WEIN/4-Festival 2026 wichtige Impulse für die künstlerische und kulturelle Weiterentwicklung der Region. Manche Projekte werden über den Festivalzeitraum hinaus bestehen, wenngleich sie nicht alle so wie der Vogelturm in Raasdorf weithin sichtbar sein können. Bei anderen Projekten werden bereits Gespräche bezüglich Folgeinitiativen geführt. Hier kann man bei den Leerstandsprojekten gespannt sein, ob für bislang nicht oder kaum genutzte Orte wie den Schlosskeller in Hagenbrunn, das DoKannerl am Donau-Oder-Kanal in Groß-Enzersdorf, die ehemalige Jugendstrafvollzugsanstalt in Kirchberg am Wagram oder einige der von Gerald Straub mit seinem Projekt Pavillon bespielten Häuser in Orth an der Donau längerfristig eine Nutzung gefunden wird. Und vielleicht wird man von manchen Projekten wie dem im Nitsch Museum uraufgeführten Theaterstück Kunst Blunzn von Mathias Lefèvre, der mobilen Inszenierung von Jura Soyfers Weltuntergang mit Henrietta Rauth und Johannes Sautner oder dem Tanzfilm ES WIR(D)T. von Anna Josefine Holzer auch in Zukunft hören und lesen. Große Wirkkraft über die Grenzen Niederösterreichs hinaus hatte das Projekt Wie lange noch? SOLANGE… von Katharina Cibulka, dessen feministische Botschaft zum Jahr der Bäuerinnen sogar auf der Homepage vom Landwirtschaftsministerium zu finden war.
2027 geht das Viertelfestival weiter und gastiert von Mai bis Mitte Juli im Waldviertel. Insgesamt wurden bis Anfang Juni über 180 Projekte eingereicht, aus denen eine regionale Fachjury Anfang September das Festivalprogramm zusammenstellen wird.
Quelle: Land Niederösterreich
