Tirol: "Neuer Bahnhof Imst-Pitztal kommt auf Schiene“
LH Mattle und LR Zumtobel nach Regierungssitzung
- Beschluss der Landesregierung: Planungen für Modernisierung starten und laufen bis Ende 2027
- Ziele: Verbesserung bei Qualität, modernes Nahverkehrsangebot und Maßnahmen zur Barrierefreiheit
- Vorhaben Teil des „Tiroler Vertrags II“ – Projekt wird von Land Tirol, ÖBB sowie Gemeinden Imst, Arzl im Pitztal und Umlandgemeinden getragen
- Zweigleisiger Ausbau Oberland: ganzheitliche Betrachtung unter Einbindung regionaler Stakeholder
Derzeit stehen in Tirol 92 Bahnhöfe und Haltestellen für die Öffi-KundInnen als Eintrittstor zur umweltfreundlichen Mobilität zur Verfügung. Einer davon ist der Bahnhof Imst-Pitztal. Er zählt zu den wichtigsten Mobilitätsknoten im öffentlichen Verkehr im Westen Tirols, täglich nutzen ihn rund 4.200 Fahrgäste. Für das Tiroler Oberland und das Außerfern ist er direkter Anknüpfungspunkt an das Fernverkehrsnetz. „Der Bahnhof Imst-Pitztal wird umgebaut und modernisiert. Die Tiroler Landesregierung hat heute die Weichen dafür gestellt, um das Projekt gemeinsam mit den ÖBB und den Gemeinden vor Ort umzusetzen. Denn Tirol geht es um ein attraktives Nahverkehrsangebot für Einheimische und Gäste“, betont LH Anton Mattle als Unterstützer der ersten Stunde. Die Tiroler Landesregierung beschloss heute, Dienstag, auf Antrag von Verkehrslandesrat René Zumtobel, den Bahnhof Imst-Pitztal zu modernisieren. Festgehalten wurde, dass die Planungen für den Bahnhofsumbau starten und bis Ende 2027 abgeschlossen sein sollen. Das Land Tirol stellt für die Planungen 430.000 Euro zur Verfügung – die Planungsgesamtkosten, getragen mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und den Gemeinden Imst und Arzl im Pitztal sowie Umlandgemeinden, belaufen sich auf 1,095 Millionen Euro.
Ziel ist, den Fahrgästen in Zukunft einen modernen und barrierefreien Bahnhof zu bieten und auch das Umfeld mit Vorplatz, Bushalteflächen und Parkdeck zeitgemäß zu gestalten. Konkret umfassen die Planungen Bahnsteiganpassungen, Maßnahmen zur Barrierefreiheit wie der Unterführung zum Bahnsteig (inkl. Aufzugsanlage), die Anhebung der Bahnsteigkanten und ein taktiles Leitsystem. LHStv Philip Wohlgemuth betont: „Barrierefreiheit an Bahnhöfen und Haltestellen ist ein zentraler Bestandteil moderner Infrastruktur. Sie steht für eine inklusive Gesellschaft, in der alle Menschen unabhängig von Alter oder Einschränkungen mobil sein können. Mit Investitionen in eine nachhaltige und zugängliche Mobilität schaffen wir einen Mehrwert für die Tirolerinnen und Tiroler – heute und für kommende Generationen.“
Multimodaler öffentlicher Verkehrsknoten mit neuem Parkdeck
Der Planungsstart für den Umbau markiere auch ein Bekenntnis zum zweigleisigen Ausbau im Oberland, mit dem der Zugtakt verdichtet und Kapazitäten nachhaltig erweitert werden sollen. „Das Angebot an öffentlicher Mobilität muss im Oberland weiter gestärkt und ausgebaut werden, es braucht reduzierte Reisezeiten und eine höhere Fahrplanstabilität für möglichst viele Menschen. Deshalb halten wir auch daran fest. Durch die Mitbetrachtung von Park & Ride, Bike & Ride und weiteren Mobilitätsformen wird der Bahnhof Imst-Pitztal jedenfalls zu einem multimodalen öffentlichen Verkehrsknoten aufgewertet“, ist der aus dem Bezirk Imst stammende Landesrat Zumtobel überzeugt. So soll eine neue Parkdeck-Anlage rund 360 PKW-Stellplätze umfassen, wovon bis zu 200 barrierefrei gestaltet bzw. auch eigens für Familien und Frauen sowie E-Autos reserviert sind. Außerdem umfasst die Anlage 50 (überdachte) Fahrradstellplätze und rund 30 (überdachte) Stellplätze für motorisierte Krafträder.
Projekt Bahnhof Imst-Pitztal Teil des „Tiroler Vertrags II“
Das Vorhaben Bahnhof Imst-Pitztal ist Teil des „Tiroler Vertrag II“. Dabei handelt es sich um einen Infrastrukturvertrag zwischen Land Tirol und den ÖBB. Der Vertrag legt fest, welche Schieneninfrastrukturvorhaben bis 2030 umgesetzt werden. Unterzeichnet wurde er 2021 mit dem Ziel, in den darauffolgenden zehn Jahren entlang des 460 Kilometer langen, bereits voll elektrifizierten Streckennetzes in Tirol Verkehrsstationen gemeinsam mit den Standortgemeinden zu modernisieren und barrierefrei auszubauen. Ein Fokus liegt auf der multimodalen Verknüpfung zwischen Bahn, Bus, Bike & Ride sowie Park & Ride. Der Bahnhof Imst-Pitztal ist zudem Teil der Planungen für einen zweigleisigen Ausbau im Tiroler Oberland. Neben der Modernisierung des Bahnhofs Imst-Pitztal wird der zweigleisige Ausbau der Bahn im Oberland gesamtheitlich betrachtet. Nach Rücksprache mit dem Land Tirol verfolgen die ÖBB bei den langfristigen Planungen im Tiroler Oberland einen ganzheitlichen Ansatz unter Einbindung der regionalen Stakeholder.
Factbox: Beispiele Modernisierungs- und Umbauvorhaben Bahnhof Imst-Pitztal
Verkehrsstation
- Barrierefreie Ausgestaltung
- Personenunterführung sowie Aufzuganlagen
- Überdachungen
- Attraktivierung Wartebereiche
Vorplatz / Bushaltestelle
- Busbuchten für Schienenersatzverkehr und VVT RegioFlink
- Witterungsschutz
- Straßenbauliche Adaptierungen
- Adaptierung Parkflächen für Kurzparken und Taxi
Park & Ride, Bike & Ride
- Neues Parkdeck
- Eigene Anlage für Fahrräder und motorisierte Krafträder
Verladegleis
- Adaptierungen aufgrund Errichtung Parkdeck
Kurzmeldungen aus der Regierungssitzung
Dachverband Selbsthilfe Tirol: Die Dachverband Selbsthilfe Tirol ist seit 33 Jahren ein unterstützendes und helfendes Dach für Selbsthilfegruppen in Tirol, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Krankheiten, psychische oder soziale Probleme gemeinsam zu bewältigen. Das Land Tirol unterstützt den Dachverband Selbsthilfe Tirol auch im Jahr 2026: Auf Antrag von Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele werden 86.500 Euro bereitgestellt. Der Dachverband Selbsthilfe Tirol gilt als zentrale Anlaufstelle für Selbsthilfegruppen in Tirol: „Er unterstützt bei Beitritt in oder Gründung einer Selbsthilfegruppe, bietet Informationen auf der Website und stellt Räumlichkeiten zur Verfügung. Seit 1993 ist der Dachverband damit eine wesentliche Säule für viele Menschen, die sich innerhalb der Selbsthilfe gegenseitig unterstützen. Der Austausch mit Menschen, die vor selben oder ähnlichen Problemen und Herausforderungen stehen, ist für viele ein wichtiger Teil eines Verarbeitungs- und Genesungsprozesses. Das zeigt, wie wichtig solche Angebote sind“, ist die Landesrätin überzeugt.
Das zeigt, wie wichtig solche Angebote sind“, ist die Landesrätin überzeugt.
Tiroler Energieausweisdatenbank soll EU-Bürokratie teilweise abfedern – wöchentliches Update „Vereinfachung & Entbürokratisierung“: Im Mai 2024 trat die Gebäuderichtlinie der Europäischen Union in Kraft. Diese verfolgt das Ziel, die Energieeffizienz von Gebäuden weiter zu erhöhen und den Zugang zu relevanten Gebäudedaten für EigentümerInnen, NutzerInnen und weiterer Beteiligter zu verbessern. Die Richtlinie muss bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden, weshalb das Land Tirol aufgefordert ist, ein Tiroler Energieeffizienzgesetz zu beschließen. „Das Ziel der Europäischen Union, die Energieeffizienz von Gebäuden weiter zu erhöhen, ist ein hehres und unterstützenswertes. Die Ausgestaltung schießt aber am Ziel vorbei und verursacht enormen bürokratischen Aufwand, womit Kraft, Zeit und Geld für die Umsetzung konkreter Energieeffizienz-Maßnahmen fehlt. Das Land Tirol nützt im Rahmen des Tirol Konvent aber seine technischen Möglichkeiten, um Bürgerinnen und Bürger aber auch Betriebe bestmöglich zu unterstützen und mit der Energieausweisdatenbank ein entsprechendes Hilfsmittel zu schaffen“, sieht LH Anton Mattle die EU-Gesetzgebung kritisch.
Um die Berichtspflichten zumindest teilweise abzufedern, hat das Land Tirol deshalb die bestehende Energieausweisdatenbank ausgebaut. Das Projekt wurde bereits mit dem Ziel gestartet, eine zentrale, digitale Plattform zur Erfassung, Verwaltung und Qualitätssicherung von Energieausweisen sowie die Unterstützung der Baubehörden bei Überprüfung energierelevanter Anforderungen zu schaffen. Nach einer Konzeptions- und Umsetzungsphase ging die Energieausweisdatenbank Tirol im Mai 2023 in Betrieb. Seit diesem Zeitpunkt steht den BerechnerInnen, den Baubehörden und der Abteilung Wohnbauförderung in ihren jeweiligen Wirkungsbereichen eine landesweit einheitliche Datenbasis zur Verfügung. Darin werden Bestandsenergieausweise für den Zweck der Verpachtung und Vermietung oder des Verkaufs sowie Energieausweise für baurechtliche Vorhaben erfasst.
Seit Einführung der Datenbank wurden 19.000 Energieausweise hochgeladen, durchschnittlich gibt es 600 Uploads pro Monat. Rund 1.000 BerechnerInnen von Energieausweisen haben sich bereits registriert und 209 Baubehörden nützen bereits den Service. Um der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie gerecht zu werden, wurde nun im Rahmen der Energieausweisdatenbank ein Kundenportal eingerichtet und mit Februar 2026 in Betrieb genommen. Der Zugang erfolgt über das Digital Service Tirol, wodurch eine sichere, datenschutzkonforme Identifizierung gewährleistet wird. Über ein integriertes Rechte- und Berechtigungssystem können sich Privatpersonen sowie Firmen und Institutionen registrieren und entsprechend ihrer Berechtigungen auf die freigegebenen Daten zugreifen. Der wesentliche Mehrwert liegt darin, dass bisherig oftmals analoge Berarbeitungsschritte sowie die Dokumentations- und Aufbewahrungsnotwendigkeiten für die Energieausweise durch ein modernes Kundenportal ersetzt werden und somit spürbare Vereinfachungen für BauträgerInnen, HausverwalterInnen und EigentümerInnen umgesetzt wurden.
Quelle: Land Tirol
