Weinheim : Starkregen - Feuerwehr arbeitet zahlreiche Einsatzstellen innerhalb kurzer Zeit ab.
ots/Feuerwehr Weinheim
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Weinheim (ots) - Ein kurzer, aber intensiver Starkregen hat am Freitagnachmittag die Feuerwehr Weinheim gefordert. Innerhalb weniger Minuten gingen zahlreiche Notrufe aus verschiedenen Stadtteilen bei der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar ein. Der Schwerpunkt der Einsätze lag im Stadtgebiet sowie in den Ortsteilen Lützelsachsen und Hohensachsen. Insgesamt verlief das Ereignis für die Größe des Stadtgebiets jedoch vergleichsweise glimpflich. Dank der schnellen Abarbeitung aller Einsatzstellen blieb die Lage für die Feuerwehr jederzeit beherrschbar.
Bereits gegen 15:15 Uhr wurde die Feuerwehr in die Bachwiesenstraße nach Lützelsachsen alarmiert. Dort tropfte Wasser aus einer Decke eines Wohngebäudes. Die Einsatzkräfte verschafften sich mit Spezialwerkzeug Zugang zur Wohnung und überprüften die Ursache. Der Einsatz stand jedoch in keinem Zusammenhang mit dem späteren Starkregen und konnte rasch abgeschlossen werden.
Gegen 16:30 Uhr zog dann eine Starkregenzelle über Teile Weinheims. Der erste unwetterbedingte Einsatz führte die Feuerwehr in die Carl Benz Straße. In einem rund 40 Quadratmeter großen Keller war das Wasser bereits etwa 25 Zentimeter hoch aufgestaut und stieg weiter an. Um weitere Schäden zu verhindern, begann die Feuerwehr unmittelbar mit dem Abpumpen des Wassers.
Innerhalb weniger Minuten folgten weitere Notrufe. In der Wintergasse und der Sommergasse in Lützelsachsen waren Gullydeckel durch die Wassermassen angehoben beziehungsweise ausgespült worden. Zeitgleich wurden weitere überflutete Straßen und Wasserschäden aus dem Stadtgebiet gemeldet.
Aufgrund der Vielzahl eingehender Notrufe im gesamten Landkreis aktivierte die Integrierte Leitstelle Rhein Neckar den Unwettermodus. Dadurch wurden auch alle Feuerwehrhäuser der Feuerwehr Weinheim in Alarmbereitschaft versetzt. Sämtliche Abteilungen standen kurzfristig für weitere Einsätze bereit.
Der eigentliche Einsatzschwerpunkt blieb jedoch auf das Stadtgebiet sowie die Ortsteile Lützelsachsen und Hohensachsen beschränkt. Die Abteilungen Sulzbach, Rippenweier, Oberflockenbach und Ritschweier mussten zu keinen unwetterbedingten Einsätzen ausrücken. Sie hielten ihre Einsatzbereitschaft aufrecht und standen als Reserve zur Verfügung.
Im weiteren Verlauf arbeiteten die Einsatzkräfte zahlreiche Einsatzstellen ab. Vollgelaufene Keller wurden leergepumpt, Straßen gesichert und Wasserschäden beseitigt. An mehreren Einsatzstellen kamen Wassersauger zum Einsatz, mit denen Wasser aus Kellern, Garagen und tieferliegenden Bereichen entfernt wurde. Dabei zeigte sich, dass der Starkregen zwar innerhalb kürzester Zeit große Wassermengen brachte, diese nach dem Ende der Niederschläge aber ebenso schnell wieder abflossen. Dadurch entspannte sich die Lage bereits nach kurzer Zeit deutlich.
Besondere Aufmerksamkeit galt außerdem dem Apfelbach und dem Mühlbach. Dort hatten sich an den Rechen größere Mengen Treibgut, Äste und Laub angesammelt. Dadurch konnte das Wasser nicht mehr ungehindert abfließen. Die Feuerwehr reinigte die Rechen mehrfach, damit sich das Wasser nicht weiter aufstaute und angrenzende Bereiche entlastet wurden.
Die Einsatzübersicht zeigt zahlreiche Einsatzstellen unter anderem in der Carl-Benz Straße, Burggasse, Werderstraße, Mannheimer Straße, Talstraße, Hirtengasse, Lessingstraße, Weinheimer Straße, Lochgartenweg sowie weiteren Straßen in Weinheim, Lützelsachsen und Hohensachsen.
Kaum waren die letzten Unwettereinsätze beendet, wurde die Weinheimer Feuerwehr zu einem medizinischen Notfall in die Weinheimer Stadthalle alarmiert. Dort unterstützten die Einsatzkräfte den Rettungsdienst. Während der Versorgung der Patientin wurde ein Sichtschutz errichtet. Zusätzlich kam die Psychosoziale Notfallversorgung zum Einsatz zur Betreuung von Betroffenen. Ein Rettungshubschrauber landete am Drei Glocken Center. Die Feuerwehr übernahm den Transport des Notarztes von der Landestelle bis zur Stadthalle.
Feuerwehrkommandant Ralf Mittelbach bedankt sich mit seinen Stellvertretern Matthias Bente und Thomas Keller ausdrücklich bei allen ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen, der Integrierten Leitstelle Rhein-Neckar, dem Rettungsdienst, der Polizei sowie allen beteiligten Organisationen für die gute Zusammenarbeit. Die Einsatzkräfte konnten alle Einsatzstellen zügig abarbeiten und größere Schäden weitgehend verhindern.
Der Einsatz macht zugleich deutlich, wie unterschiedlich sich Starkregen auswirken kann. Bereits kurze und lokal begrenzte Niederschläge reichen aus, um innerhalb weniger Minuten zahlreiche Einsatzstellen entstehen zu lassen. Die Stadt Weinheim beschäftigt sich deshalb seit Jahren intensiv mit dem Thema Starkregenvorsorge. Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung arbeitet unter anderem an Maßnahmen des Starkregenrisikomanagements, der Gewässerunterhaltung und des Hochwasserschutzes. Auf der Internetseite der Stadt Weinheim stehen Starkregengefahrenkarten zur Verfügung. Sie zeigen, welche Bereiche bei außergewöhnlichen Niederschlägen besonders betroffen sein können. Außerdem finden Bürgerinnen und Bürger dort Hinweise, wie sie ihr eigenes Gebäude gegen Überflutungen schützen und Vorsorgemaßnahmen treffen können. Die Stadt weist darauf hin, dass der Schutz vor Starkregen eine gemeinsame Aufgabe von Kommune und Grundstückseigentümern ist.
Das Einsatzgeschehen am Freitag zeigt zugleich, dass die bereits laufenden Maßnahmen der Stadt und des Eigenbetriebs Stadtentwässerung wichtig sind. Ebenso wichtig ist die Eigenvorsorge jedes Einzelnen. Starkregen trifft häufig kleinräumig und überraschend. Wo das Wasser letztlich fließt, hängt von Gelände, Bebauung und der Intensität des Niederschlags ab. Genau deshalb ist eine gute Vorbereitung ein wesentlicher Baustein, um Schäden bei zukünftigen Ereignissen möglichst gering zu halten.
Quelle: Original-Content von: Feuerwehr Weinheim, übermittelt durch news aktuell
